Das Handbiken bietet für Querschnittsgelähmte viele gesundheitliche Vorteile. Zum einen ist das Handbiken ein gutes Herz- Kreislauftraining, zum anderen werden bei regelmäßigem Training die Durchblutung verbessert, die Gefäße gestärkt und Beschwerden wie Bluthochdruck vorgebeugt. Zudem wird durch das Ausdauertraining der Herzmuskel gestärkt, der Ruhepuls herabgesetzt und der Stoffwechsel angeregt.

Handbikes gibt es in verschiedenen Varianten als Adaptivbikes, Sitzbikes, Kniebikes und Liegebikes. Welches Handbike am besten zu einem passt, ist häufig vom Einsatzzweck und vom Grad der Behinderung abhängig.

Adaptivbike

Beim Adaptivbike wird ein Vorspannrad mit Antriebskurbel, Gangschaltung und Handbremse an einen handelsüblichen Rollstuhl montiert. Durch das Ankoppeln an den Rollstuhl werden die eigentlichen Lenkrollen des Rollstuhls hochgehoben und es entsteht eine Art Dreirad. Die Vorteile gegenüber einem normalen Rollstuhl sind vor allem eine höhere Geschwindigkeit, eine verbesserte Haltung und eine höhere Mobilität auf freiem Gelände. Durch den größeren Durchmesser des Adaptivbikes ist das Befahren von unebenen Böden wie Schotter oder Kopfsteinpflaster deutlich einfacher. Das Adaptivbike ist insgesamt effizienter als ein handelsüblicher Rollstuhl, das heißt, es muss für die gleiche Leistung weniger Energie aufgewendet werden. Gut Trainierte Handbiker schaffen bis zu 20 km/h mit einem Adaptivbike. Durch die verbesserte Haltung kommt es außerdem zu einer Entlastung im Schulter- und Rückenbereich, welcher beim normalen Rollstuhlfahren extrem beansprucht wird und häufig zu chronischen Schmerzen führen. Adaptivbikes sind hauptsächlich für den Alltagsgebrauch und für kurze bis mittellange Strecken geeignet. Im Handel gibt es verschiedene Gewichtsklassen von Adaptivbikes, wobei die leichtesten ca. 7kg wiegen.

Liegebike (Rennbike)

Ein Liegebike besitzt eine Sitzeinheit, in dem der Fahrer liegt und benötigt somit keinen Rollstuhl. Der Fahrer liegt hierbei nur wenige Zentimeter über dem Boden und die Füße stecken in stabilen Fußrasten neben dem Vorderrad. Die meisten Liegebikes besitzen zwei Räder hinten und ein Rad vorne. Es gibt aber auch Modelle mit zum Beispiel vier Rädern oder zwei Rädern vorne und einem hinten. Angetrieben wird das Liegebike ähnlich wie das Adaptivbike durch eine Handkurbel, an der sich auch Gangschaltung und Handbremse befinden. Die Liegebikes sind hauptsächlich für den Rennsport entwickelt und durch die Stromlinienförmigkeit in erster Linie schnell. Gut trainierte Handbiker schaffen bis zu 40 km/h auf einem Rennbike. Durch den hohen Wendekreis und die eingeschränkte Übersicht sind Liegebikes wenig alltagstauglich.

Sitzbike

Ein Sitzbike ist in der Regel gleich aufgebaut wie ein Liegebike. Der einzige Unterschied zum Liegebike ist lediglich eine höhere Sitzeinheit. Das heißt, der Fahrer sitzt, anstatt zu liegen, was eine bessere Übersicht im Straßenverkehr ermöglicht. Durch die erhöte Sitzposition erhöht sich allerdings der Luftwiderstand bei Fahren was zu einer geringeren Geschwindigkeit führt.

Kniebike

Beim Kniebike kniet der Fahrer in einer Liegebike ähnlichen Konstruktion. Die Handkurbel wird hierbei mit einem tieferen Schwerpunkt montiert. Da der größte Teil des Gewichts auf dem Sitz abgestützt wird, ist es möglich, den Oberkörper bei jeder Pedalumdrehung miteinzusetzen. Dadurch wird auch das Beschleunigen nach Kurven und das Bergauffahren erleichtert. Voraussetzung dafür sind allerdings eine gut trainierten und ausgeprägte Oberkörper- und Rumpfmuskulatur und die Möglichkeit zum Einsatz der hüftbeugenden sowie hüftstreckenden Muskulatur.

Alle Varianten sind auch als Hybridvariante erhältlich, bei der ein Elektromotor zur Unterstützung im Handbike eingebaut ist. Diese Varianten sind für Rennen und Wettkämpfe natürlich unzulässig.